Auf Gedeih und Verderb. Eine Geschichte divergierender Sicherheitswahrnehmung von Pestiziden in Deutschland ca. 1880 bis 1990
Die Wahrnehmung des Menschen von Insekten und Pflanzen als Nützlinge oder Schädlinge ist von einer starken Ambivalenz geprägt und perspektivabhängig. Das Projekt analysiert diese Ambivalenz als Sicherheitskonflikt, der im Kern um ein Dilemma kreist. Einerseits werden der Sicherung der Ernährung, dem Schutz vor von Insekten übertragenen Infektionskrankheiten und ökonomischen Erwägungen vorrangig Relevanz beigemessen. Andererseits wird um die Sicherheit von körperlicher Unversehrtheit gefürchtet, also der Schutz der Gesundheit vor einer Vergiftung durch chemische Stoffe gefordert. Akteure der Industrie, staatlichen Stellen und Umweltorganisationen stehen im Mittelpunkt. Ziel ist es Konjunkturen der gesellschaftlichen Bewertung von Pestiziden und die dahinterstehenden Parameter zu verstehen. Eine solche Geschichte ist geprägt von der Mobilität von Befürchtungen, Wissen und Lebewesen. Im Fokus steht deshalb eine zwar deutsche Geschichte, die sich aber im europäischen, transatlantischen und globalen Setting befindet.
2023 Editorial, in: Brendel (Hg.): Geruchliche Reize, Themenheft, in: Werkstatt Geschichte, 87 Nr. 1, S. 9–14
2022 ‚Von Läusen und Menschen‘. Das politische Sozialdrama der Entgrenzung der Seuchen- und Schädlingsbekämpfung seit dem Kaiserreich, in: Malte Thießen, Andrea Wiegeshoff (Hgg.): Themenheft ‚Seuchen‘, in: Christoph Cornelißen, Michael Sauer (Hgg.): Geschichte in Wissenschaft und Unterricht (GWU).
Modernity built on ‘Indian’ graves. Visions of Sacredness and Power during the Construction of the Grand Coulee Dam (1933–1941) in the USA, in: Doris Bachmann-Medick, Jens Kugele und Katharina Stornig (Hrsg.): Sacred Spaces: Cultural Dynamics, Interdisciplinary Perspectives, Saeculum. Jahrbuch für Universalgeschichte, S. 261–280.
Dams as Centres of Knowledge Production, Staging, and Exchange, in: Eike-Christian Heine and Martin Meiske (Eds.): Beyond the Lab and the Field: Infrastructures as Places of Knowledge Production Since the Late Nineteenth Century, Pittsburgh (University of Pittsburgh Press), S. 87–100, S. 237–242.
2020 Conexiones energéticas. Los ingenieros constructores de los pantanos de Franco como actores políticos y agentes del Estado en el contexto internacional, in: Darina Martykánová (Hrsg.): Los ingenieros y el poder en la España contemporánea, in: Historia y Política, Ideas, Procesos y Movimientos Sociales, 43 Nr. 1, Los Ingenieros y el poder en la España contemporánea, S. 87–119.
2019 Konvergente Konstruktionen. Eine Globalgeschichte des Staudammbaus, Frankfurt am Main, New York.
2018 Experten von Krieg, Hass und Gewalt. Deutsche Nationalsozialisten im Ägypten der 1950er und 1960er Jahre im Blick von AA und CIA, in: Geschichte und Gesellschaft, 44 Nr. 4, S. 526–553.
Ist die Moderne Geschichte? ‚Fortschritt‘ und ‚Moderne‘ als Gegenstände der Kulturgeschichte, in: Benjamin Brendel, Corinne Geering und Sebastian Zylinski (Hrsg.): Perspektiven der Kulturgeschichte: Gegenstände, Konzepte, Quellen (Horst Carl, Wolfgang Hallet, Ansgar Nünning, Martin Zierold (Hgg.) Giessen Contributions to the Study of Culture Nr. 14), S. 47–61.
2017 Die Verhandlung des Unvermeidlichen. Handlungsräume und Konflikte um Indigene beim Bau des Grand-Coulee-Damms in den USA 1933–1940, in: Werkstatt Geschichte, 73, S. 71–83.
Moderne – Macht – Morbid. Dammbau, Gesundheitshilfe und die Konstruktion von Macht im Kontext der Bilharziosebekämpfung im Ägypten der 1960er und frühen 1970er Jahre, in: NTM, 25 Nr. 3, S. 349–382.