13.08.2007
Mathias Bös wird Fellow an der Harvard-Universität
Marburger Soziologe forscht im Du Bois Institute for African and African American Research zum Begriff "Rasse"
Mathias Bös wird im Wintersemester 2007/08
ein Fellowship am renommierten Du Bois Institute for African and
African American Research der Harvard University wahrnehmen. Der
Marburger Professor für Angewandte Soziologie am Institut für
Soziologie und am Zentrum für Konfliktforschung wird dort seine
Arbeiten zur Geschichte der Begriffe Rasse und Ethnizität in den USA
fortsetzen.
Das Du Bois Institute ist das älteste Forschungsinstitut zur
Erforschung der Situation von Afroamerikanern. Es wurde nach dem ersten
Afroamerikaner benannt, der in Harvard einen Doktortitel erlangte, dem
Soziologen und Bürgerrechtler W.E.B. Du Bois. Unter der Leitung von
Henry Louis Gates Jr. widmet sich das Institut heute der Förderung der
Forschung zu Afroamerikanern und Afrika sowie dem interdisziplinären
Austausch zwischen führenden Forscherinnen und Forschern auf diesem
Gebiet.
Bös forscht über die Ursprünge und die Gründe der fortdauernden Verwendung des Rassebegriffs in der amerikanischen Soziologie und Gesellschaft. Dabei steht die Rekonstruktion der theoriegeschichtlichen Entwicklung der Begriffe Rasse und Ethnizität, parallel zu der gesellschaftlichen Entwicklung in den USA, im Mittelpunkt. Theoriesystematisch ermöglicht diese Untersuchung, den Fundus amerikanischer soziologischer Forschung zu ethnischen und rassischen Gruppen zu strukturieren und in Bezug auf seine Übertragbarkeit auf andere Länder, wie etwa Deutschland, zu prüfen. Darüber hinaus bietet sich die Möglichkeit, allgemeine Muster der Wechselwirkung zwischen Soziologie und Gesellschaft zu erfassen und damit Erkenntnisse zum Praxisverhältnis der Soziologie zu erlangen.
Weitere Informationen:
Du Bois Institute
http://dubois.fas.harvard.edu