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Digitale Rhetorik

In diesem Projekt werden die Passungen, Potenziale und Forschungsperspektiven immersiver Technologie wie virtuelle Realität (VR) für die Rhetorik untersucht. Dabei wird VR als Bildungstechnologie fachlich exploriert. Im Fokus stehen folgende Fragen:

  • Welche Möglichkeiten und didaktischen Potenziale bieten VR-gestützte Rhetoriktrainings für die fachliche Hochschullehre?
  • Wie gestaltet sich das Verhältnis von virtueller Realität zur mündlichen Redepraxis?
  • Welche Forschungsperspektiven, beispielsweise zu Interaktion, Raum und Körper, können entwickelt werden?

Die Aktualität des Themas ergibt sich aus den fortschreitenden Digitalisierungs- und Mediatisierungsprozessen, die seit einiger Zeit auch die Praxis der Rhetorik betreffen. Diese Veränderungen beeinflussen sowohl situiertes rhetorisches Handeln von Rhetoriker*innen als auch die Entwicklung rhetorischer Gattungen – neue entstehen, alte verschwinden – sowie die Mediennutzung in der rhetorischen Praxis.

Die Digitalisierungs- und Mediatisierungsprozesse berühren gleichzeitig die Didaktik der Rhetorik und weitere pädagogische Anwendungsfelder der Angewandten Linguistik und der Sprechwissenschaft, wie z.B. das Kommunikationstraining, und verändern diese tiefgreifend über einen einfachen mediengestützten Unterricht hinaus. Eine dieser grundlegend neuen Möglichkeiten ist die Nutzung von virtueller, d.h. computergenerierter und in Szenarien dargebotener Realität. Die Digitalität eines solchen immersiven Rhetoriktrainings auf Basis einer Trainingssoftware ermöglicht gegenüber traditionellen Ansätzen einen neuen, stark veränderten Handlungsraum im Training rhetorischer Kompetenz. Der didaktische Zugewinn liegt darin, dass ein Erfahrungs- und Erprobungsfeld in schwer zugänglichen Situationen eröffnet wird und die Möglichkeit zur Wiederholung und Übung besteht, ohne ein „echtes“ Publikum zu ermüden. Zunächst arbeiten wir mit der App VR EasySpeech, die in verschiedenen Seminaren eingesetzt wird.


Erste Ergebnisse

Cordula Schwarze, Katharina Rink, Nelson Frey und Ramin Siegmund haben auf der Tagung „Klären | Streiten | Argumentieren: Aktuelle Perspektiven der Argumentationsforschung“ am 05.10.2023 ein Poster mit den ersten Ergebnissen einer Studie zum Erstkontakt mit immersiver Technologie  vorgestellt  (DOI: 10.13140/RG.2.2.17533.74727).

Auch bei der Veranstaltung „Teaching Futures – Zukünfte der Lehre“ an der Philipps-Universität Marburg am 15.-16.11.2023 waren wir mit dem Poster vertreten.

 

Projektteam:

Vertr.-Prof. PD Dr. Cordula Schwarze

Franzisca Herrmann (SHK)

Projektförderung:

Gefördert mit QSL-Mitteln des Fachbereichs 09 von 11/2022-11/2024

Kooperationen:

Mit Ramin Siegmund vom hessenweiten Projekt NIDIT und mit Prof. Dr.-Ing. Thorsten Thormälen, AG Grafik und Multimedia Programmierung