26.03.2025 Am besten zusammen - Das bundesweite Netzwerk der Hochschulsekretariate traf sich in Marburg

Netzwerk "FairNetztEuch!" tagte in der UB

Unbeschriebenes Flipchartblatt zum Thema Best-Practice Vernetzung und Stiftebox auf Tisch
Stefanie Riedasch

Am 17.03. und 18.03. standen in der Marburger Universitätsbibliothek die Zeichen für 130 Hochschulsekretär*innen auf „Banden bilden! – sichtbar sein!“ Das war das Motto der Fortbildung 3.0 des Netzwerks FairNetztEuch! in Marburg. 

Dabei handelt es sich um das bundesweite Netzwerk von Hochschulsekretariaten an derzeit 45 Hochschulen. Durch die Vernetzung sollen Möglichkeiten zu Austausch und gegenseitiger Unterstützung entstehen, aber auch eine größere Sichtbarkeit der wichtigen Arbeit, die Sekretär*innen jeden Tag in ihren Arbeitsgruppen leisten.

Das Auditorium speiste sich aus 53 Hochschulen aus dem gesamten Bundesgebiet. Die gut 130 Teilnehmenden vor Ort wurden von gut 50 Teilnehmenden im Stream begleitet. Im Vortragsraum der Marburger Unibibliothek traf sich Mitte März das republikweite Netzwerk der Hochschulsekretariate „FairNetztEuch!“ Die Sekretariatsbeschäftigten an Hochschulen waren erstmals im Jahr 2019 zu einer bundesweiten Tagung zusammengekommen, damals an der Uni Göttingen, vier Jahre später in Kassel und nun also in Marburg. „Strukturelle Veränderungen erreichen wir nur auf Bundesebene“, diese Einsicht gab den Anstoß für die bundesweite Vernetzung, erzählte Antje Spliethoff-Laiser aus Göttingen, neben Elke Schulte-Lippern aus Duisburg-Essen, eine der Sprecherinnen des Netzwerks.

Inzwischen gehören dem Netzwerk an die 100 Kolleginnen an – Männer waren bei der Marburger Zusammenkunft die absolute Ausnahme.  Zwei Tage lang trafen sich die Sekretariatsbeschäftigten im Veranstaltungsraum der Universitätsbibliothek, um Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu ermutigen. Neben grundsätzlichen Themen, wie gute und nachhaltige Netzwerkarbeit zu etablieren und auszubauen, selbst sichtbarer zu werden oder eigenes Empowerment zu finden, haben sich die Teilnehmenden Gedanken zum Arbeitsplatz der Zukunft, zu Departmentstrukturen an Hochschulen und zur Weiterbildung gemacht. Ebenfalls wurde das Bündnis für geschlechtergerechte Arbeitsbewertung vorgestellt und die Strategie für die nächsten Jahre diskutiert.

Die Initiative hat sich erfolgreich bundesweit etabliert, nunmehr gehe es um Sichtbarkeit, sagte Nina Schumacher, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte an der Philipps-Universität: „Das Netzwerk braucht jetzt Gesichter!“ Das Gleichstellungsbüro der Marburger Uni hatte die Tagung mit organisiert, Schumacher führte souverän zwei Tage lang durch das Programm. Intensive Gruppenarbeit fand dabei ebenso Platz wie Plenarveranstaltungen und Austausch, Zwiegespräche und Vernetzung.

Nach einem Grußwort des Marburger Uni-Kanzlers Claas Cordes beschäftigte sich Beraterin und Coachin Zita Küng in einer inspirierenden Keynote mit der Notwendigkeit und Nachhaltigkeit sich zu vernetzen, zu verbinden und zu verbünden und hat sich selbst als Verbündete des Netzwerks erklärt. „Nicht zu verzweifeln, ist eine große Aufgabe“, gab Küng den Anwesenden mit, „für Empowerment reicht eben nicht: eine Spritze und damit ist es getan!“ 

„Es ist das Beste, wenn sich Netzwerke, Gleichstellungsbeauftragte und ver.di zusammentun“, konstatierte Alexandra Kühnen, Vorständin der bukof, und so geschah es denn auch bei der Podiumsdiskussion am ersten Tag. „Hochschulsekretariate stehen auch bei den Gewerkschaften nicht immer im Fokus“, gab Sonja Staack von ver.di zu, „das müssen wir ändern!“. Das Thema der Fortbildungstagung banden bilden! – sichtbar sein“ fand sich in der Podiumsdiskussion zur Sichtbarkeit der unverzichtbaren Arbeit, die neben Antje Spliethoff-Laiser und Susanne Riese aus dem "Netzwerk FairNetztEuch!" und Zita Küng, mit Alexandra Kühnen, aus dem Vorstand der bukof e.V., Doris Hayn, aus dem Vorstand der lakog Niedersachsen und der Bundesfachkommissionsleiterin für Hochschule und Forschung, Sonja Staack von ver.di ebenfalls hochkarätig  besetzt war, auch weiterhin aufgenommen. 

Spontaner Beifall kam auf, als die Organisatorinnen der netzwerkeigenen AG Tätigkeitsbeschreibung, Cosima Fanselow aus Berlin und Tanja Pfeffer-Eckel aus Marburg, die Stärke der administrativ-technischen Unibeschäftigten, besonders im Sekretariat in ein anschauliches Bild packte: „Wir sind diejenigen, die nahe an der Wissenschaft sind, nicht die Universitätsführung und die Verwaltung“. Das Netzwerk fordert u.a. die Beteiligung an notwendigen Veränderungsprozessen, die Aktualisierung des Berufsbildes, Anerkennung, Anpassung und Wertschätzung der hochwertigen und unverzichtbaren Arbeit, strukturelle Veränderungen statt Einzelfallentscheidungen und tarifliche Aufwertung der Arbeit in Hochschulsekretariaten. 

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